Babyschlaf · Für müde Mamas

Zeitumstellung mit Baby, dein Schritt-für-Schritt-Plan je nach Alter

Unter einem Jahr braucht es kleinere Schritte, ältere Babys können etwas größer springen.

Mama stellt die Uhr um, Baby schaut zu

Am Wochenende wird die Uhr umgestellt, dein Baby weiß davon nichts und steht trotzdem punkt zur gewohnten Zeit im Bett, nur zeigt die Uhr plötzlich etwas ganz anderes. Spätestens am Montagmorgen fragst du dich dann, wie du das jetzt wieder gerade rückst, während der Alltag längst wieder läuft. Mit einem kleinen Plan, der zum Alter deines Babys passt, lässt sich das erstaunlich sanft lösen.

Warum du nicht einfach eine Stunde später hinlegen kannst

Die Umstellung der Uhr ist von Menschen gemacht, die innere Uhr deines Babys kennt sie nicht. Sie richtet sich nach dem Licht, und es braucht Zeit, sie zu verschieben. Am Abend sorgt Dunkelheit dafür, dass der Körper das Schlafhormon Melatonin ausschüttet, das Muskeln entspannt und den tiefen Schlaf möglich macht.

Legst du dein Baby bei der Winterzeit einfach eine Stunde später hin, passiert meist eines von zwei Dingen, oft sogar beides. Entweder wacht es am nächsten Morgen trotzdem zur gewohnten Körperzeit auf, und ihm fehlt eine ganze Stunde Nachtschlaf. Oder die ungewohnt späte Bettzeit macht es übermüdet, und dann wird das Einschlafen schwerer, die Nacht unruhiger und das Aufwachen am Morgen eher noch früher.

Stell dir vor, du fliegst für einen Kurztrip eine Zeitzone weiter. Wenn du deine ganze innere Uhr auf einen Schlag um eine Stunde verschieben müsstest, wärst du ein, zwei Tage ziemlich neben der Spur. Verteilst du dieselbe Stunde auf mehrere kleine Schritte, merkst du kaum etwas davon.

Bei sehr jungen Babys ist es schlicht egal

Ist dein Baby noch unter drei bis vier Monaten alt, kannst du dir die ganze Vorbereitung sparen. In diesem Alter hat sich noch kein richtiger Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt, der Schlaf verteilt sich noch ziemlich unregelmäßig über den ganzen Tag. Es gibt also keinen festen Rhythmus, der durcheinandergebracht werden könnte.

Muss ich mein Kind überhaupt vorbereiten?

Nein, nicht zwingend. Hast du keine festen Termine, kannst du in aller Ruhe in winzigen Schritten umstellen, ganz ohne Druck. Und wird dein Kind morgens ohnehin immer geweckt, damit ihr pünktlich in die Kita kommt, musst du manchmal gar nichts verändern: Du legst es zur gewohnten Uhrzeit hin, und es wacht von selbst ausgeschlafen auf.

Kita-Kinder, die ihren Mittagsschlaf in der Kita machen, kommen bei der Winterzeit oft mit einer Schnellvariante aus. Lege dein Kind am Samstag mittags und abends etwa 30 Minuten später hin und am Sonntag direkt nach der neuen Uhrzeit. Am Montag in der Kita ist es dann fast schon komplett umgestellt, und der gleichbleibende Mittagsschlaf erledigt den Rest.

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Wie lange darf dein Baby jetzt wach sein?

Beim Verschieben von Nickerchen und Bettzeit hilft dir die Wachphasen-Tabelle von 4 bis 30 Monate, damit du die Wachzeiten nicht aus Versehen zu lang oder zu kurz machst. Für 0 €, sofort im Postfach.

Dein Plan auf einen Blick

Je jünger dein Baby, desto kleiner die Schritte. Der Plan gilt für beide Richtungen: Bei der Winterzeit verschiebst du alles später, bei der Sommerzeit früher.

Alter Schritt pro Tag Los geht es
Unter 4 Monate Nicht nötig Entspannt bleiben
4 Monate bis 1 Jahr 10 Minuten 6 Tage vor der Umstellung
Ab 1 Jahr 15 Minuten (bei 20 Minuten reichen 3 Tage) 4 Tage vor der Umstellung

Drei Dinge wandern dabei immer mit: die Bettzeit, alle Nickerchen und die Mahlzeiten. Verschiebst du nur die Bettzeit, aber der Mittagsschlaf bleibt am alten Platz, geht der Plan nicht auf, denn der Schlafdruck am Abend baut sich ab dem Mittagsschlaf auf.

Ein Beispiel zur Winterzeit, Schritt für Schritt

Dein 8 Monate altes Baby steht normalerweise um 6:00 Uhr auf und geht um 19:00 Uhr ins Bett. Du verschiebst alles jeden Tag um 10 Minuten nach hinten:

Tag Aufstehen Bettzeit
Tag 16:10 Uhr19:10 Uhr
Tag 26:20 Uhr19:20 Uhr
Tag 36:30 Uhr19:30 Uhr
Tag 46:40 Uhr19:40 Uhr
Tag 56:50 Uhr19:50 Uhr
Tag 67:00 Uhr20:00 Uhr

Dann wird die Uhr zurückgestellt, aus 7:00 Uhr wird 6:00 Uhr, und ihr seid wieder bei euren gewohnten Zeiten. Bei der Sommerzeit läuft es genau umgekehrt: Du verschiebst alles Tag für Tag um 10 Minuten nach vorne.

Licht hilft, aber je nach Richtung anders

Bei der Winterzeit willst du den Rhythmus nach hinten schieben, und dabei hilft helles Licht am Abend. Lass das Zimmer deshalb erst etwa 20 Minuten vor dem Schlafengehen abdunkeln, und schalte morgens das Licht nicht zu früh an.

Bei der Sommerzeit ist es umgekehrt: Lass morgens früh viel Tageslicht herein und dunkle abends rechtzeitig ab. Gerade im Frühling, wenn es abends länger hell bleibt, sind Verdunkelungsvorhänge Gold wert, weil sie deinem Baby das Signal geben, dass jetzt Nacht ist.

Vorher oder erst danach, was ist besser?

Am entspanntesten ist es vorher, denn die Uhr wird am Wochenende umgestellt, und am Montag geht der Alltag normal weiter. Gerade Kinder, die ihre Schlafenszeit noch dringend brauchen, trifft es hart, wenn sie genau dann plötzlich eine Stunde früher raus müssen. Hast du die Vorbereitung verpasst, ist das aber kein Drama: Du kannst denselben Plan auch nach der Umstellung starten, dann dauert es einfach ein paar Tage, bis alles wieder sitzt.

Mehr dazu, wie du die Bettzeit in kleinen Schritten verschiebst, findest du in meinem Artikel Bettgehzeit nach vorne verlegen. Und warum ein fester Anker am Morgen den ganzen Tag stabilisiert, liest du in Die Nickerchen klappen nie zur gleichen Zeit.

Wenn dein Baby schon jetzt ein Frühaufsteher ist

Wacht dein Kind schon vor 6 Uhr auf, wird es nach der Winterzeit richtig früh: Wacht es jetzt um 5 Uhr auf, steht danach eine 4 auf der Uhr. Dann reicht der normale Plan nicht aus, denn zuerst solltest du die Ursache für das frühe Aufwachen finden. Wie das geht, habe ich in Dein Baby wacht um 5 Uhr auf beschrieben, am besten schaust du dir das schon vor der Umstellung an.

💜 Fazit

Unter 4 Monaten ist die Zeitumstellung egal. Danach bis 1 Jahr verschiebst du in 10-Minuten-Schritten über 6 Tage, ab 1 Jahr in 15-Minuten-Schritten über 4 Tage.

Am entspanntesten ist es vorher, es geht aber auch danach, und je nach Alltag musst du manchmal gar nichts umstellen.

Was ich dir mitgeben möchte

Viele Eltern warten die Zeitumstellung einfach ab und hoffen, dass sich alles von selbst einpendelt. Meist dauert das länger, als man denkt, und die Müdigkeit trifft ausgerechnet die Tage, an denen ohnehin der Alltag wieder voll anläuft. Ein kleiner Stufenplan nimmt genau diesen Druck raus.

Wie lang die Wachphasen und Nickerchen für das Alter deines Babys genau sein sollten, zeige ich dir im Wachphasen Kompass. Stell dir vor, die Uhr wird umgestellt, und dein Baby schläft am Montag, als wäre nichts gewesen.

Zum Wachphasen Kompass →

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